Gradueller Untergang

Gold News vom 5. Oktober 2026

Gold & Gesellschaft

Man hatte sich vor über einen Monat so gefreut in den EU-Hauptstädten. Schließlich stiegen in Folge des US-Haushaltsdefizits von über $40 Billionen die Zinsen am langen Ende der Zinskurve [10-jährige und 30-jährige Treasuries] kräftig an. So kräftig, dass der US-Finanzminister mit fiskalischen Maßnahmen wie den Ankauf langfristiger Anleihen und den Verkauf kurzfristiger Anleihen einzugreifen versuchte. Erfolglos zwar. Aber …

Das ließ nicht nur die Zinsen japanischer Anleihen kräftig in die Höhe schießen, sondern forderte wegen der Versorgungslage der EU aufgrund der geschlossenen Straße von Hormus und der durch ukrainische Dronen-Angriffe auf russische Raffinerien, die von der EU und ihren Mitgliedsstaaten insbesondere Deutschland finanziert wurde, in ihren Diesel-Produktion Rückgängen ihren Tribut auch bei Anleihen der EU-Mitgliedsstaaten.

Die vor einer Woche in Frankreich ausgebrochenen Unruhen führten zusätzlich dazu, dass nicht nur die Anleihe-Zinsen von Frankreich, Deutschland & Co. kräftig stiegen. Sondern der Euro innerhalb eines Monats 3,7 % gegen den US-Dollar verlor. Und das ist viel – sehr viel würden wir sogar sagen – zwischen den beiden größten Fiat-Währungen innerhalb eines überschaubaren Zeitraums von einem Monat.

Die Idee von der Leyens, mit einer Spar- und Investitionsunion die liquiden aber wenig verzinsten Guthaben der EU-Bürger zu nutzen. Bei gleichzeitigen Drohungen z.B. durch die Erschwerung von ausländischen Konto-Eröffnungen durch EU-Bürger Kapitalkontrollen durch die Hintertür einzuführen, hat viele Investoren zusätzlich gegen die Gemeinschafts-Währung aufgebracht.

Die Idee des polnischen Außenministers Radosław Sikorski, möglichst schnell in den Krieg gegen Russland einsteigen zu können, war mit der von der G7 unter Druck durch die USA zustande gekommene Vereinbarung über die Nutzung der Strategischen Ölreserve erst einmal vom Tisch. Und damit auch die Hoffnung von Pistorius, von der Leyen, Kallas. Denn Panzer, LKWs, Züge brauchen Diesel und Flugzeuge das mit Diesel verwandte Kerosin. Und das wird nun aus der Strategischen Ölreserve entnommen, um die Funktion der zivilen Infrastruktur aufrecht erhalten zu können.

Halten wir fest: Steigende Renditen bei einem fallenden Euro-Kurs machen Anleihen der EU-Staaten zu einem doppelten Risiko für internationale Investoren. Gleichzeitig zu einer Chance für EU-Investoren, die umgekehrt in US-Staatsanleihen investieren wollen. Nach einer Dollar-Schwäche sieht es im derzeitigen geopolitischen Umfeld nicht aus. Deshalb verhält sich der Gold-Preis auch konträr zum Dollar. Ist halt einfach so.

Aber die Entwicklung geht noch weiter. Mit dem Verzicht der größten Oppositions-Partei in Deutschland, der AfD, aus dem Euro aussteigen zu wollen, erhält Deutschland eine neue Rolle innerhalb der EU. Bislang hat Deutschland seit dem Herbst 2015 aktiv über den Euro und die Target2-Kredite die Immigrations-Politik der EU-Staaten beeinflusst.

Der Druck aus der Macht-Basis, die die EU-Politik steuert, muss massiv sein. Einem Maler-Meister könnte man die 180-Gradwende noch verkaufen. Aber keiner ehemaligen Goldman Sachs Investmentbankerin. Ich vermute diese Machtbasis so wie beim Aufstieg und Einhegen der Grünen seit 1983 in den USA.

In welcher Höhe? Nun, man muss einfach nur die Ukraine-Hilfen inklusiv aller humanitären Maßnahmen wie Bürgergeld für die in Sozialparadies geflüchteten Ukrainer nebst Krankenversicherung und Unterkunft, die militärischen Lieferungen und die Finanzierung des ukrainischen Staatshaushalts zusammenrechnen. Und dann kommt man auf den Betrag, um den die anderen EU-Staaten bei der Immigration herumgekommen sind.

Heißt: Je schlechter Deutschland ökonomisch dasteht und je höher seine Zahlungen für den Ukraine-Krieg sind, desto mehr werden andere EU-Staaten, insbesondere im Osten, von den Folgen der Merkel’schen Migrations-Politik verschont.

Verstärkt wird die Absetzbewegung von Deutschland und der EU noch durch die jetzt offensichtlich bürgerkriegsähnlichen Zustände in Frankreich und das Scheitern der EU-Außengrenze in Ceuta.

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