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Gold News vom 10. März 2020

Marktgeschehen

Gold & Gesellschaft

Bei der epidemischen Ausbreitungs-Geschwindigkeit, die wir derzeit beim Covid-19 Virus erleben, gibt es keinen „Mittelweg“, den viele Bürger glauben, in der Krise zwischen „Panik“ und „Ruhe“ gefunden zu haben. Das Virus verbreitet sich rein nach mathematischen Gesetzmäßigkeiten – und da spielt die Wahrscheinlichkeits-Rechnung bzw. die Statistik die überragende Rolle.

Auf der einen Seite bedeutet dies: Einen kompletten Schutz vor Ansteckung kann es nicht geben – nur eine niedrigere Wahrscheinlichkeit der Ansteckung. Ebenso wenig ist eine Ansteckung auch dann garantiert, wenn man völlig ungeschützt und unbekümmert sein bisheriges Leben fortsetzt.

Das war vor kurzem noch die Position unserer Bundesregierung: Mit einem Außenminister, der ein Großteil des Schutzmaterials für das klinische Personal zum Jahresanfang nach China geschickt hat. Einem Gesundheitsminister, der sich mehr um die Belange der „gesellschaftlichen Ausgrenzung der Infizierten“ gekümmert hatte. Anstatt seiner eigentlichen Aufgabe der Vermeidung weiterer Infektionen nachzukommen. Begleitet wird das ganze von einem Wirtschaftsminister, der zu all dem gar nichts sagt – und erst recht nicht handelt. Dem ganzen setzen schließlich unsere Bundeskanzlerin nebst unserem Bundespräsidenten eine Krone auf, die sich seuchengerecht in einem engen Saal in Hanau in Beweihräucherungs-Worten gegen die angeblich „Rechte Gefahr“ selbst gefallen.

Deshalb gibt es heute auch keine „Erholung“, wie wir sie an den Märkten erleben durften. Einen Fortschritt könnte bei der Virenbekämpfung höchstens die Verflachung der derzeitigen Exponential-Kurve zu einem linearen Verlauf bedeuten. Das war nämlich der Effekt, den nach Wochen intensiver Quarantäne-Maßnahmen die chinesische Regierung erzielen konnte. So jedenfalls, wenn man zumindest der Tendenz der offiziellen Daten Glauben schenken mag.

Dass sich Staats- und Parteichef Xi Jinping inzwischen in die Region Wuhan traut [ URSPRUNGSORT DER EPIDEMIE: Xi Jinping besucht Wuhan ], scheint darauf hinzudeuten.

Selbst die Bundesregierung hat inzwischen kapiert, dass man keine Großveranstaltungen mit tausenden von Bürgern wie Fußballspiele, Messen oder ähnliches abhalten könne. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich unter den Teilnehmern ein Infizierter befinden könnte, wird auch trotz der offiziellen Fall-Zahlen zu einem hohen Risiko.

Noch befinden wir uns, d.h. Deutschland, Frankreich und vor allen Dingen Italien im Mittelfeld einer Exponential-Kurve. Deshalb steigen die Fallzahlen derzeit auch so schnell an. Andere Nationen wie die USA befinden sich zwar noch im unteren Bereich. Aber da kann Donald Trump so viel „Fake News“ twittern wie er will: Auch die USA gehen den Weg, den derzeit Europa durchmacht.

Heißt: Solange Europa und auch die USA anhand der Fallzahlen nicht nachweisen können, dass die Verbreitungskurve sich so wie in China abflacht, solange gibt es keinen Grund, in die Märkte wiedereinzusteigen. Denn es gibt immer noch die Möglichkeit, dass die Epidemie völlig außer Kontrolle gerät. Und dann bewegen wir uns im oberen Teil der Exponential-Kurve, wo die Gesamtbevölkerungs-Zahl die natürliche Grenze darstellt.

Da ca. 20 Prozent aller Infektionsfälle mit einer viralen Lungenentzündung einherzugehen scheinen, die intensivmedizinische Hilfe notwendig macht, kann man sich den Totalzusammenbruch des Gesundheitswesens und damit einer stark vernetzten und voneinander abhängigen Gesellschaft leicht vorstellen.

Das wäre der Fall, wo Unternehmens-Anteile nicht mehr an Aktien-Märkten gehandelt werden könnten, weil ohne Käufer-Gebote keine Geschäfte und damit auch keine Kurse zustande kämen.

Sämtliche Erholungsversuche, die wir derzeit bei weiterhin exponentiell steigenden Fallzahlen sehen, sind also nichts weiter als ein letzter Hüpfer einer eigentlich schon toten Katze.

Marktdaten

EUR/USD 10.03.20 Kurs / Delta in Prozent
Gold 0,8849 1.653,20 USD 1.462,92 EUR  
  0,11 EUR 0,0%
Silber 0,8849 16,90 USD 14,95 EUR  
  0,11 EUR 0,8%
Au/Ag   97,8  
[ratio]   -0,7 -0,7%
Platin 0,8849 868,00 USD 768,09 EUR  
  16,37 EUR 2,2%
Palladium 0,8849 2.296,00 USD 2.031,73 EUR  
  -38,14 EUR -1,8%
NIKKEI225   19.854,86  
  178,60 0,9%
DAX30   10.503,56  
  -180,10 -1,7%
S&P500 19:30 Uhr 2.784,97  
    39,20 1,4%

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