Der Bondcrash hat begonnen

Gold News vom 6. April 2020

Marktgeschehen

So viele Billionen an zusätzlichen US-Dollar, Euro oder Japanische Yen müssen ja am Ende die Märkte honorieren. Das scheint jedenfalls die Lage an den Börsen in Asien, Europa und den USA zu sein. Für heute zumindest.

Und da die Auguren aus den Infektionskurven bereits eine Lockerung der Beschränkungen und ein Ende der Covid-19 Krise ablesen wollen, wird der Aktienmarkt noch zusätzlich beflügelt. Wobei die Strategie der gezielten Durchseuchung der jüngeren Bevölkerung-Schichten auch gründlich in die Hose gehen kann, wie N-TV heute unter der Überschrift „Bei kontrollierter Durchseuchung - Experten warnen vor "100.000 Toten unter 60"“  meldet. Nun ist die jüngere Generation gerade diejenige, die die Zukunft eines Landes ausmachen sollte. Dabei dürfen potentiell 100.000 Tote und mehrere hunderttausende von schwer geschädigten Lungen dieser Menschen weit unter 60 Jahren einfach nicht unberücksichtigt bleiben. Insbesondere, wenn es Ökonomen und Wirtschaftswissenschaftler sind, die solche Maßnahmen fordern.

Beim Thema Gold-Nachschub scheint sich auch eine Entspannung anzudeuten. Jedenfalls will die Schweiz im Kanton Tessin wieder die drei großen Gold-Fabriken eröffnen, um Nachschub für die völlig ausgetrockneten Märkten für physisches Gold zu ermöglichen. Wir werden die Situation die nächsten Tage intensiv beobachten. Denn wenn Valcambi auch wieder neue Goldbarren produziert und an die Groß-Händler ausliefert, so könnten wir unseren Geschäftsbetrieb wieder eröffnen, der seit drei Wochen brach liegt. Wir verlassen uns hier allerdings nicht auf Gerüchte, sondern wollen erst die täglich lieferbare Ware sehen.

Gold & Gesellschaft

Im Handelsblatt steht es: „Panik bei Fonds: Anleger wollen nur noch raus“. „Zeitenwende, Einbruch, Kollaps: Viele Worte beschreiben das, was sich gerade an den europäischen Fondsmärkten abspielt. Der Coronaschock beschert der Anlagebranche historische Zahlen – im negativen Sinn. „Wir erleben einen Erdrutsch, so viele Fonds wie in den letzten Wochen haben Anleger noch nie verkauft“.

Die sind eben alle auf Suche nach Liquidität. Geld, das benötigt wird, um das eigene Unternehmen zu retten, die Selbstständigkeit trotz Auftragsflaute zu bewältigen. Oder einfach, um seine täglichen Rechnungen für den Lebensunterhalt der Familie bezahlen zu können. Dafür sind Sparen und Vermögenssicherung auch da - um in der Not Zugriff auf seine finanziellen Reserven zu haben.

Und Notzeiten haben wir derzeit unbestreitbar, wo ein Großteil der Wirtschaft daniederliegt und viele Mitarbeiter für das Nichtstun bezahlt werden.

Wer muss, der kann auch nicht den Weissagungen des CEOs von Blackrock, Larry Fink, folgen, der „Gewaltige Chancen“ in den Aktienmärkten sieht. Klar, man kann auf den Erfolg der Unternehmen hoffen, die ihre Produktion in diesen Zeiten der Kriegsökonomie rechtzeitig umgestellt haben. Aber den Verlockungen der Investment-Branche, die jederzeitige Liquidität durch das Vorhandensein von großen Märkten versprochen haben, kann man inzwischen nicht mehr trauen.

Dazu zwei Zahlen: Im Februar dieses Jahres sind Netto noch 40 Mrd. Euro in die Märkte für Anleihen (Bonds), Aktien, Mischfonds und sonstige Instrumente geflossen. Da hat man noch erwartet, was uns die Börsianer seit vielen Jahren immer wieder versprochen haben: Buy the dip – steige bei Kurseinbrüchen mit Geld in den Markt ein. Bislang hat das ja auch immer gut funktioniert.

Im März des Jahres hat sich das Bild aber völlig gewandelt. Da flossen insgesamt 202 Mrd. Euro aus den Märkten. Insbesondere aus den sonst als besonders liquide geltenden Anleihefonds. Das Handelsblatt spricht von „Anleiheverkäufen fast um jeden Preis“ und sah die größte Panik insbesondere bei den Anleihen.

Ja, wir sind gefangen in unseren derzeitigen Investments. Vielleicht setzt aber trotzdem ein Umdenkprozess bei den Investoren ein, die zukünftig weniger auf die Segnungen von Finanz-Industrie, Notenbanken und der Politik vertrauen werden. Nötig wird das auf alle Fälle sein. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Virus inklusiv der Zerstörungen, die es die letzten Wochen abgerichtet hat, von einem Tag auf den anderen, verschwindet, ist sehr niedrig. Wir müssen uns wieder mehr selbst um unser Leben und unsere Finanzen kümmern. Die sogenannten Profis haben uns wie die Lemminge die Klippen herunter getrieben.

Marktdaten

KW15 EUR/USD 06.04.20 Kurs / Delta in Prozent
Gold 19:30 Uhr 0,9263 1.652,80 USD 1.530,99 EUR  
  31,75 2,1%
Silber 19:30 Uhr 0,9263 14,86 USD 13,76 EUR  
  0,50 3,6%
Au/Ag 19:30 Uhr   111,2  
[ratio]   -1,8 -1,6%
Platin 19:30 Uhr 0,9263 736,00 USD 681,76 EUR  
  13,97 2,0%
Palladium 19.30 Uhr 0,9263 2.073,00 USD 1.920,22 EUR  
  -31,28 -1,6%
NIKKEI225 7:00 Uhr   18.582,00  
  772,01 4,2%
DAX30 17:30 Uhr   10.037,97  
  527,41 5,3%
S&P500 22:00 Uhr 19:30 Uhr 2.627,57  
    153,41 5,8%

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