Die Jo-Jo Wirtschaft

Gold News vom 26. Oktober 2020

Marktgeschehen

So abwegig scheint das gar nicht zu sein, wenn Bürger mit den Anziehen der Infektionszahlen vermehrt Lebensmittel horten. Jedenfalls berichtete Bloomberg bereits am 14. Oktober über das Ansinnen mehrerer Staaten, wie Ägypten, Marokko, Pakistan und Taiwan, Lebensmittel zu horten. Unter dem Titel „Countries Rush to Hoard Food as Prices Rise and Covid Worsensstehen dort zwar die stark steigenden Kosten für den Import von Lebensmittel im Vordergrund. Aber wenn man sich mit dem ökonomischen Profil der aufgeführten Länder beschäftigt, dann stehen dort einer in den letzten Jahrzehnten sprunghaft gestiegenen Bevölkerung praktisch keine eigene Landwirtschaften entgegen. Das heißt, die Länder sind zum Großteil auf Lebensmittel- Importe abgewiesen, um ihre Bevölkerung ernähren zu können.

Das galt zwar schon zu vor-Covid19 Zeiten. Aber das Virus bringt auch in vielen anderen Bereichen wie der Tourismus- und Transport-Industrie die Schwächen unseres derzeitigen globalen Wirtschaftssystems zum Vorschein.

Die WELT berichtet heute über den Ifo-Geschäftskundenindex. „„ALARMGLOCKEN SCHRILLEN“ - Diese Zahlen prophezeien Deutschland einen rabenschwarzen Herbst“ räumt der Bericht wenig optimistisch die derzeitige Situation der deutschen Wirtschaft mit folgenden Worten ein: „Mit einem Stand von 95,0 blieb die Index-Komponente im Oktober unerwartet deutlich hinter dem Wert vom September zurück, als das Münchner Ifo-Institut noch 97,7 Punkte vermeldet hatte.

Da gleichzeitig SAP schwächelte, gab der DAX nach dieser Nachricht um über drei Prozent nach.

Gold & Gesellschaft

Umsätze in der Gastronomie um mehr als 40 Prozent gesunken“ meldete heute die ZEIT. Dabei geht es um den Zeitraum März bis August 2020. Und der Rückgang bezieht sich auf den entsprechenden Vergleich mit dem Vorjahr 2019.

Ein richtige Erholung sieht anders aus. Ähnlich bei der Luftfahrtindustrie und den Flughafen-Betreibern. Die müssen mit einem Rückgang der Passagiere von 80 Prozent auskommen. Deshalb veröffentlicht die Presse lieber die Anzahl der Flüge, die derzeit noch stattfinden. Da sind die Zahlen zumindest nicht so katastrophal. Aber es hilft nichts: Die noch angebotenen Verbindungen leiden unter einer extrem niedrigen Auslastung. Insbesondere die gut zahlende Klientel der Geschäftsreisenden bleibt den Flughäfen und Flugzeugen fern. Und reißt damit alle Wirtschaftszweige, die am Flughafen größtenteils von den Geschäftsreisenen leben, mit in den Abgrund. Denn denen sitzt dank der Reisespesen das Geld weitaus lockerer als den Touristen, die meist nur eine billige Transport-Möglichkeit in ihr Urlaubs-Reiseziel anstreben.

Niemand sollte unterschätzen, dass wir im vierten Quartal mit einer ziemlich großen wirtschaftlichen Abwärtskorrektur konfrontiert werden könnten“, wird Stephen Innes, Marktstratege beim Researchhaus Axi von der WELT zitiert. Da das vierte Quartal für viele Unternehmen zum Brot-und-Butter Geschäft des Jahres gehört, müssen wir uns auf schwere wirtschaftliche Zeiten einstellen.

Der kurzfristige Anstieg zur Urlaubszeit Mitte der Jahres war nicht mehr, als ein Jo-Jo Effekt, der dieses unbedeutende Quartal im Interesse der psychologischen Konditionierung der Bürger in den Blickpunkt der Meldungen der Wirtschaftspresse erhoben hat. Dass diese Nachricht mit einer zweiten Infektionswelle zusammenfällt, dient der Politik höchstens als Ausrede für eine sowieso schon erwartete weitere wirtschaftliche Talfahrt.

Auch die deutsche Wirtschaft, die bislang als ein Fels in mitten der Brandung galt, zerbröckelt unter dem Einfluss der Krise. Das hätten sich Frankreich, Italien, Spanien und die anderen Kostgänger innerhalb der Europäischen Union sicherlich anders vorgestellt. Erst neulich deuteten die Rückgänge bei der Produktion für Deutschland darauf hin, dass aus dem Musterknaben sich ein neuer schwächelnder Riese entwickelt.

Marktdaten

KW44 EUR/USD 26.10.20 Kurs / Delta in Prozent
Gold 19:30 Uhr 0,846 1.905,00 USD 1.611,63 EUR  
  7,48 0,5%
Silber 19:30 Uhr 0,846 24,40 USD 20,64 EUR  
  -0,02 -0,1%
Au/Ag 19:30 Uhr   78,1  
[ratio]   0,4 0,6%
Platin 19:30 Uhr 0,846 870,00 USD 736,02 EUR  
  -22,20 -3,0%
Palladium 19.30 Uhr 0,846 2.245,00 USD 1.899,27 EUR  
  -16,09 -0,8%
NIKKEI225 7:00 Uhr   23.495,21  
  -30,68 -0,1%
DAX30 17:30 Uhr   12.183,63  
  -422,02 -3,5%
S&P500 22:00 Uhr 19:30 Uhr 3.385,92  
    -67,46 -2,0%

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