Die Welt im Krieg gegen Covid-19

Gold News vom 23. März 2020

Marktgeschehen

Nach uns vorliegenden Informationen sind alle Gold-Fabrikationsstätten in der Schweiz, die im italienischsprachigen Tessin liegen, wegen der Covid-19 Epidemie geschlossen. Betroffen sind davon auch die Valcambi-Produkte, die wir im Gold Shop vertreiben. Das betrifft sowohl Gold als auch Silber.

Wir hatten ja schon letzte Woche berichtet, dass wir keinen Nachschub von unserem Großhändler mehr bekommen. Nun wissen wir: Das wird sich wohl nicht so schnell ändern.

Das Ende unseres Lockdowns ist also nicht absehbar. Wir bitten das zu berücksichtigen.

Gold & Gesellschaft

Ein geplantes gigantisches Kredit-Paket zur Stimulierung der amerikanischen Volkswirtschaft ist am Sonntag im US Senat gescheitert. Das mussten wir am Wochenende lesen. Dabei ist nicht nur die Situation in Europa katastrophal – sondern auch in den Vereinigten Staaten. Covid-19 hat die Welt-Hauptstadt der internationalen Finanzmärkte derzeit fest im Würgegriff. Wie aus dem Nichts schnellten die Infiziertenzahlen im Bundesstaat New York auf mehr als 16.000 Fälle hoch.

Die USA mussten niemals in ihrer Geschichte Krieg auf eigenem Boden führen.

Wirtschaftlich gesehen liegen vor uns zwei Probleme: Ein Kredit- und ein Umsatz-Problem.

Das erste Problem betrifft die Kreditfähigkeit der Wirtschaft. Dieses kann man relativ einfach lösen, in dem die Notenbank praktisch unbegrenzt die ausstehenden Schulden der Unternehmen und privaten Kreditnehmer – insbesondere Hypotheken – aufkauft. Schließlich ist unser Geld ja kein klassisches Wertaufbewahrungsmittel wie Gold, sondern nur ein Instrument, um die Waren- und Dienstleistungsströme abrechnen zu können [„Transaktionswährung“]. Papier- oder Kreditgeld kann man im Prinzip beliebig verwässern. Und das passiert ja derzeit auch im riesigen Maßstab – in der Größenordnung von Billionen von Dollar, Euro, etc.

Übrigens: Die Methoden kennen wir bereits und sie sind seit der Finanzkrise 2008 „erprobt“. Da allerdings um den Faktor zehn geringer.

Das viel größere Problem sind die massiven Umsatzausfälle der Wirtschaft. Man denke nur an die Airline-Industrie, die ihre Flugzeuge weltweit stilllegt und somit auch keine Einnahmen mehr generiert. Ebenso wie die Autoindustrie, die ganze Werke schließt. Da hilft es auch nicht, Homeoffice zu verordnen. Denn Fliegen geht nicht ohne Piloten, Flugbegleiter und das entsprechende Bodenpersonal. Ebenso wenig kann man Automobile ohne Arbeiter bauen, die die Teile entsprechend zusammensetzen.

Ausfallende Umsätze erfordern jedoch, dass der Staat die Unternehmen auf eine Art „Kriegswirtschaft“ umstellt und praktisch unbegrenzt Geld dafür bereitstellt. Das kann wenige Wochen über Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld Null [d.h. es wird nicht „kurz“, sondern überhaupt nicht gearbeitet], Schenkungen an Selbstständige oder kleine/mittelständische Unternehmen erfolgen. Und das ganze wird mit einem Pay Check angereichert, den der Staat nach dem Grießkannen-Prinzip an die Bürger verteilt [„Helicopter Money²].

Das ist aber nur eine kurzfristige Lösung. Mittelfristig – und die Covid-19 Krise wird nicht nur wenige Wochen bzw. Monate dauern – muss die industrielle Infrastruktur auf Kriegsproduktion umgestellt werden. Diesmal sind es keine Gewehre, Kriegsschiffe, Artillerie oder Kampfflugzeuge, die benötigt werden. Sondern medizinische Geräte, Medikamente und Schutzausrüstung für die modernen Soldaten. Und anstelle der Entwicklung von neuen Super-Waffen stehen die Forschung nach neuen Medikamenten und Impfstoffen im Vordergrund. Und anstelle von Kasernen braucht es Krankenhäuser.

Das ganze muss - wie in einem klassischen Krieg - zusätzlich sicherstellen, dass die Bevölkerung auch ausreichend versorgt werden kann. Für wen führt man am Ende sonst so einen Krieg?

Marktdaten

KW13 EUR/USD 23.03.20 Kurs / Delta in Prozent
Gold 19:30 Uhr 0,9305 1.557,40 USD 1.449,16 EUR  
  60,51 4,2%
Silber 19:30 Uhr 0,9305 13,14 USD 12,23 EUR  
  0,62 5,1%
Au/Ag 19:30 Uhr   118,5  
[ratio]   -1,1 -0,9%
Platin 19:30 Uhr 0,9305 639,00 USD 594,59 EUR  
  24,56 4,1%
Palladium 19.30 Uhr 0,9005 1.636,00 USD 1.473,22 EUR  
  63,63 4,3%
NIKKEI225 7:00 Uhr   16.892,44  
  334,64 2,0%
DAX30 17:30 Uhr   8.727,22  
  -162,42 -1,9%
S&P500 22:00 Uhr 19:30 Uhr 2.240,58  
    -112,71 -5,0%

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