Digitales Gold Bitcoin in 24 Stunden halbiert

Gold News vom 13. März 2020

Marktgeschehen

Wir haben uns heute früh entschieden, unseren Handel mit Edelmetallen erst einmal auszusetzen. Dafür war nicht der Kursrutsch um 3,5 Prozent beim Gold am gestrigen Tag verantwortlich, den wir problemlos verkraften könnten. Sondern die Tatsache, dass wir auch nicht auf Massen von Cash sitzen wollen, während das gesamte Finanz- und Zahlungssystem unter uns zusammenzubrechen droht.

Unsere Bestände an physischem Gold sind also nicht verschwunden. Wir haben sie nur zeitweise aus dem Shop genommen.

Gold & Gesellschaft

In einer Welt, die derzeit immer mehr Offline geht, haben Online-Währungen wie der Bitcoin einen schweren Stand. Von dem Vergleich mit „digitalen Gold“ ist gestern nur ein dampfender Haufen Asche übriggeblieben.

Der US-Wirtschaftssender CNBC schrieb deshalb auch heute unter dem Titel „Cryptocurrencies see $93.5 billion wiped off value in 24 hours as bitcoin plunges 48%“, dass im gestrigen Markt allein der Bitcoin um mehr als $93 Mrd. an Marktkapitalisierung verlor. In der Zwischenzeit erholte sich diese Kryptowährung zwar – aber das ist der massiven Flutung der Märkte durch frisches Zentralbankgeld im Umfang von mehreren tausenden von Milliarden Dollar, Euro, Yen und den chinesischen Renminbi geschuldet.

Auch die Versprechungen des deutschen Bundesfinanzministers, dass man die Unternehmen mit praktisch unbegrenzten staatlichen Krediten vor dem Zusammenbruch bewahren möchte, verfing nur kurz. Die mühsam erzielten Gewinne musste der DAX im Laufe des Nachmittags wieder vollständig abgeben. Die Beteuerungen von Angela Merkel, dass sie „gewollt sei, alles zu tun, was notwendig sein“ klingt wie eine abgedroschene Formulierung, wie sie damals der EZB-Präsident Draghi zur Rettung des Euros verwendet hatte.

Apropos Offline: „Italien bricht die ökonomische Basis weg“, schreibt heute die NZZ und spricht von „massenhaften Insolvenzen“, die Italien nun drohen. Die Schweiz kann sich aber nicht beruhigt zurücklehnen, denn die Covid-19 Fallzahlen scheinen auf dieselbe Entwicklung wie in Italien hinzudeuten. Dass die Schweiz durch ihren massiv aufgeblähten Finanzsektor als der weltweit größte Hedgefond gilt, macht sie auch extrem verwundbar. Auch hier rächt sich jetzt die Jahrelange Politik der Zentralbank, den Schweizer Franken als Fluchtwährung für die Investoren durch massive Ankäufe von Euro-Anleihen und Euro-Aktien künstlich schwächen zu wollen. Jetzt bräuchte man eine Fluchtwährung wie die Norwegische Krone, die beim Ölpreis-Verfall ihr Waterloo erlebte. Und was aus den starken und sich besonders innovativ fühlenden dortigen Unternehmen, die in elektronisches Kryptogeld investiert hatten, wird – das können wir am Bitcoin-Verfall beobachten.

Marktdaten

EUR/USD 13.03.20 Kurs / Delta in Prozent Vorwoche in Prozent
Gold 0,9026 1.521,30 USD 1.373,13 EUR      
  -43,96 EUR -3,1% -106,72 EUR -7,8%
Silber 0,9026 14,50 USD 13,09 EUR    
  -1,12 EUR -7,9% -2,20 EUR -16,8%
Au/Ag   104,92    
[ratio]   5,2 5,2% 8,1 7,8%
Platin 0,9026 762,00 USD 687,78 EUR    
  -6,39 EUR -0,9% -104,74 EUR -13,4%
Palladium 0,9026 1.596,00 USD 1.440,55 EUR    
  -88,41 EUR -5,8% -714,76 EUR -33,5%
NIKKEI225   17.431,05    
  -1.128,34 -6,1% -3.318,70 -15,7%
DAX30   9.160,00    
  -88,28 -1,0% -2.395,17 -19,8%
S&P500 19:30 Uhr 2.551,46    
    17,73 0,7% -403,14 -12,8%

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