Investoren sind wie kleine Kinder

Gold News vom 6. März 2020

Marktgeschehen

Wenn es mal Scheiße läuft, dann reiht sich eine weitere Nachricht in das tägliche Geschehen ein. Der CEO der größten US-Bank, Jamie Dimon, musste sich heute früh New Yorker Zeit einer Notoperation am Herzen unterziehen, wie der Sender CNBC unter dem Titel „JPMorgan says CEO Jamie Dimon is recuperating after emergency heart surgery“ berichtete. Es handelte sich um eine Aortendissektion, die unmittelbar lebensbedrohlich ist, weil ein Aufplatzen der Aorta, der Herzschlagader, droht.

Nun gehört JP Morgan zu der auch für Gold-Investoren bedeutendsten Bank, die im Auftrag der FED in der Vergangenheit die Goldpreise manipulierte. Außerdem hält die Bank die größten Positionen an Derivaten, die der legendäre Investor Warren Buffett einmal als finanzielle Massenvernichtungswaffen bezeichnet hatte – „Derivatives are financial weapons of mass destruction“.

Die Aktie von JP Morgan verlor aufgrund dieser Nachricht [um 19:00 Uhr MEZ] knapp acht Prozent ihres Wertes.

Es wird jetzt sehr ernst: JP Morgan ist für die US-Wirtschaft und das dortige Finanzsystem eine so bedeutende Bank, wie die Deutsche Bank für Deutschland.

Gold & Gesellschaft

Die USA galten für viele internationale Investoren als ein sicherer Hafen. Das konnte man schon die letzten Monate beim US-Dollar beobachten. Wenn Unsicherheit die Welt beherrscht, dann bot der Dollar bislang immer noch ein relativ großes Maß an Sicherheit.

Hier ging es in der Vergangenheit meist um Regierungswechsel, Aufstände, Revolutionen, Kriege und eine ausufernde Inflation in den Heimatstaaten. Aber niemals um ein Ereignis wie die sich derzeit weltweit ausbreitende Virus-Pandemie. So ist es für uns völlig unverständlich, wie ein illiquides und nichtmobiles Investment wie in US-Immobilien den internationalen Investoren ein Maß an Sicherheit ermöglichen sollen.

Der US-Wirtschaftssender CNBC schrieb gestern: „Foreign investors are piling into this US real estate play as a coronavirus safe haven”. Insbesondere die Deutschen scheinen ihre Liebe für US-Immobilien entdeckt zu haben, wie die Nachrichtenseite meldet: “Roofstock noted a 450% jump in traffic on its site from investors in Germany, a 250% surge in traffic from Australia and a 100% increase from the United Kingdom.

Roofstock ist ein Unternehmen, das in Kalifornien Immobilien vertreibt. Der Bundesstaat an der Westküste der USA, wo sowieso schon durch die High Tech Branche im Silicon Valley bei San Francisco horrende Immobilien-Preise bezahlt werden müssen. Hinzu kommt, dass die Pazifiklage auch zu einem erheblichen Zustrom von Asiaten geführt hatte, die jetzt die Fälle von Covid-19 Infizierten in die Höhe treiben. Nicht umsonst gehören die Bundesstaaten an der Westküste der USA, wie Washington [Boeing in Seattle], Oregon und Kalifornien zu den meistbetroffenen Regionen.

Schon während der Finanzkrise 2007-2009 galt Geld von deutschen Investoren bei den US-Investmentfirmen als „dumb money“ – also als dummes Geld, das man den Deutschen einfach aus der Tasche ziehen könnte. Das passt mit dem 450 prozentigen Anstieg des Interesses von deutschen Investoren zusammen, während es die Briten auf lediglich 100 Prozent bringen.

Marktdaten

EUR/USD 06.03.20 Kurs / Delta in Prozent Vorwoche in Prozent
Gold 0,8855 1.671,20 USD 1.479,85 EUR      
  -6,31 EUR -0,4% 56,52 EUR 3,8%
Silber 0,8855 17,27 USD 15,29 EUR    
  -0,19 EUR -1,2% 0,32 EUR 2,1%
Au/Ag   96,77    
[ratio]   0,8 0,8% 1,7 1,7%
Platin 0,8855 895,00 USD 792,52 EUR    
  21,55 EUR 2,8% 12,65 EUR 1,5%
Palladium 0,8855 2.434,00 USD 2.155,31 EUR    
  -19,47 EUR -0,9% -76,01 EUR -3,1%
NIKKEI225   20.749,75    
  -589,70 -2,8% -311,01 -1,4%
DAX30   11.555,17    
  -407,94 -3,4% -252,26 -2,0%
S&P500 19:30 Uhr 2.954,60    
    -75,86 -2,5% 35,77 1,1%

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