Lemminge auf ihrem letzten Weg

Gold News vom 22. Mai 2020

Gold & Gesellschaft

Man könnt denken, dass Gutverdiener mit einem Nettoeinkommen jenseits von 5.000 Euro keine Konsumkredite bräuchten. Aber im real existierenden Deutschland seit der Covid-19 Krise lernen wir fast täglich dazu. Wer hätte gedacht, dass die durch wenige Wochen Lockdown verursachte Unterbrechung des Wirtschaftslebens mehrere zig Millionen von Privathaushalte in existenzielle Probleme bringen würde. Denn laut den diversen Statistiken der Regierung und der Bundesbank müssten wir ja geradezu in Liquiditäts-Reserven ertrinken.

Und das Kontaktverbot war im Vergleich zu Italien, Spanien und Frankreich ein Kindergeburtstag gegen die Ausgangssperren, die dort seit mehreren Monaten herrschten.

Aber es ist noch schlimmer. Selbst diejenigen, die über ein monatliches Nettoeinkommen jenseits der Grenze von 5.000 Euro verfügen, müssen sich im größeren Umfang neu verschulden. Das hat die BILD-Zeitung in ihrem Bericht „SCHULDEN WEGEN CORONA - Unglaublich, wie viel Geld sich Deutsche jetzt leihen“ zu adressieren versucht. Und nicht diejenigen, die sowieso über wenig Geld verfügen, sind die Übertäter. Nein, es geht um diese Gruppe: „Bei den Verdienern mit einem Nettoeinkommen von mehr 5000 Euro war der Anstieg mit 40 Prozent am stärksten. Sie liehen sich im Schnitt 26 864 Euro.

Wir sprechen hier nicht über Immobilien-Finanzierung wie Hypotheken – das ist ein ganz anderes Problem. Und auch teure langfristige Ausgaben scheinen nicht das Problem zu sein. Denn BILD schreibt: „Kredite für den Kauf eines Fahrzeuges hatten im März 2020 einen Anteil von 8,2 Prozent am Gesamtgeschäft. Das ist ein Drittel weniger als im Vorjahr (13,2 Prozent). Der Anteil von Modernisierungs- und Renovierungskrediten sank zudem um ein Sechstel.

Wir vermuten die Kurzarbeit der gut verdienenden Arbeitsnehmer und auf Aufträge angewiesenen Selbstständigen und Kleinunternehmern, die zu dieser Gruppe gehören. Denn Kurzarbeitergeld wird maximal auf Basis der Beitragsbemessungsgrenze von monatlich 6.900 brutto bezahlt. Und bei jemanden, der bereits über 5.000 Euro netto verdient, entsteht so neben den 60 bzw. 67% Nettozahlungen eine zusätzliche Lücke. Von den Kleinunternehmern einmal ganz abgesehen – die haben zum Großteil gar nichts.

Aber Italien, Spanien und Frankreich retten können wir mit unserem nicht vorhandenen Reserven. Obwohl 50% der Bürger in Deutschland nur über ein Netto-Vermögen von 35.000 Euro verfügen, während es die Spanier auf 87.000 Euro bringen und die Italiener auf 79.000 Euro. In Frankreich sind es sogar 107.000 Euro. Da ist sicherlich viel Immobilien-Besitz dabei, den die Südländer wegen der hohen Inflation vor Peseta, Lira und Franc vor den Segnungen des Euros bevorzugt hatten.

Der angeblich hohe Lebensstandard, über den die Deutschen seit der Euro-Einführung über nunmehr 20 Jahre verfügen sollten, müssten diesen Effekt aber schon längst überkompensiert haben.

Hat er aber nicht. Die Auflösung der Deutschland AG unter Schröder/Fischer und Merkel hat die Menschen nicht nur bei der Vermögensbetrachtung ärmer gemacht. Auch die sicheren Einkommen mussten die letzten Jahrzehnte kräftig leiden.

Und so müssen selbst die Besserverdienenden in der derzeitigen Krise massiv in Konsumenten-Kredite gehen – nur um das laufende Leben finanzieren zu können. Das sind die wahren Errungenschaften des Euros.

Marktdaten

  EUR/USD 22.05.20 Kurs / Delta in Prozent Vorwoche in Prozent
Gold 0,9185 1.736,00 USD 1.594,52 EUR      
  22,76 EUR 1,4% -20,57 EUR -1,3%
Silber 0,9185 17,19 USD 15,79 EUR    
  0,34 EUR 2,2% 0,39 EUR 2,5%
Au/Ag   100,99    
[ratio]   -0,7 -0,7% -3,9 -3,9%
Platin 0,9185 827,00 USD 759,60 EUR    
  11,19 EUR 1,5% 41,11 EUR 5,9%
Palladium 0,9185 1.833,00 USD 1.683,61 EUR    
  -81,55 EUR -4,6% 11,75 EUR 0,7%
NIKKEI225   20.394,06    
  -166,93 -0,8% 368,63 1,8%
DAX30   11.075,80    
  12,72 0,1% 630,98 6,0%
S&P500 19:30 Uhr 2.947,51    
    -6,56 -0,2% 96,28 3,4%

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