Rentenversicherung in der Covid-19 Krise

Gold News vom 3. April 2020

Gold & Gesellschaft

Wir haben am 1. April dargelegt, dass durch die 470.000 Kurzarbeits-Anzeigen der Unternehmen umgerechnet 11,3 Millionen Beschäftigte von Kurzarbeit betroffen wären. Grundlage dieser Berechnung waren die empirischen Zahlen des Jahres 2009, wo die Wirtschaft kräftig im Rahmen der Finanzkrise eingebrochen ist.

Neben dem Effekt für die Arbeitslosenversicherung wollen wir heute untersuchen, welche Auswirkungen die massive Art der Beschäftigungslosigkeit auf die Rentensicherung – insbesondere die Zahlung der Renten für die 26 Millionen Rentner haben könnte.

Dazu einige Basisdaten: Die Rentenversicherung finanziert sich zu 235,9 Mrd. Euro aus jährlichen Beiträgen der Arbeitnehmer. Das entspricht in etwa 77 % der gesamten Einnahmen. Die restlichen 23 % stammen aus Bundeszuschüssen – also aus Steuereinnahmen des Staates.

Nun zahlt ein Beschäftigter im Durchschnitt 18,6 % seines Brutto-Einkommens an die Rentenversicherung. Wobei Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte tragen. Laut Statistiken der Rentenversicherung beträgt das durchschnittliche Brutto-Einkommen eines rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer monatlich 3.880 Euro.

Für die Rentenversicherung bedeutet also der Wegfall der Beiträge von 11,3 Millionen Beschäftigten wegen Kurzarbeit NULL ein Aufkommens-Minus von monatlich 8,155 Mrd. Euro. Oder auf das Jahr hochgerechnet 97,86 Mrd. Euro.

Das sind 41,5 Prozent der gesamten Beitragseinnahmen der Rentenversicherung. Dabei lassen wir unberücksichtigt, dass die ca. 19 Millionen produktiv Beschäftigten, zu denen die 11,3 Millionen Betroffenen zählen dürften, ein überproportional hohes Brutto-Einkommen erzielen.

In ähnlich massiver Weise dürften die Steuereinnahmen wegbrechen. Denn auch Selbstständige, Kleinunternehmer und auch größere Betriebe dürften mindestens ähnlich hohe Einkommens-Einbußen wie die kurzarbeitenden Arbeitnehmer haben. Auch hier lassen wir unberücksichtigt, dass die wenigen besser Verdienenden auch in diesen Zeiten auf ein Großteil ihrer Einkünfte verzichten müssen. Und dadurch bedingt durch die Steuer-Progression wesentliche weniger Steuern zu zahlen hätten.

Wir müssen also davon ausgehen, dass die Rentenversicherung in der derzeitigen Krise nur zur Hälfte finanziert wird. Bei 302 Mrd. Euro jährlichen Kosten [inklusiv Verwaltung, Beiträgen zur Krankenversicherung der Rentner, sonstige Ausgaben] beträgt das monatliche Minus also [58,5 % * 306,8 Mrd. Euro – 302 Mrd. Euro] /12 = 10,21 Mrd. Euro.

80 % der Rentenversicherungs-Beiträge der Kurzarbeiter werden von der Arbeitslosenversicherung gedeckt – aber das ist nur ein Verschieben von Linker-Tasche-Rechter-Tasche.

Die Rentenversicherung verfügt über Liquiditäts-Reserven von ca. 40 Mrd. Euro. Also könnte die Krise vier [4] Monate anhalten, bis die Reserven erschöpft wären.

Über ähnlich hohe Reserven – 30 Mrd. Euro – verfügt die Arbeitslosenversicherung. Die wird diese aber benötigen, um das Kurzarbeitergeld auszahlen zu können.

Die dritte Gruppe an Reserven, die in der Covid-19 Krise aufgebraucht werden, sind die Rücklagen der gesetzlichen Krankenversicherung. Hier gibt es Reserven von ca. 20 Mrd. Euro.

Marktdaten

  EUR/USD 03.04.20 Kurs / Delta in Prozent Vorwoche in Prozent
Gold 0,9262 1.618,70 USD 1.499,24 EUR      
  12,38 EUR 0,8% 38,75 EUR 2,6%
Silber 0,9262 14,32 USD 13,26 EUR    
  -0,07 EUR -0,5% 0,36 EUR 2,7%
Au/Ag   113,04    
[ratio]   1,5 1,4% -0,1 -0,1%
Platin 0,9262 721,00 USD 667,79 EUR    
  -4,79 EUR -0,7% -1,43 EUR -0,2%
Palladium 0,9262 2.107,00 USD 1.951,50 EUR    
  42,64 EUR 2,2% -35,44 EUR -1,7%
NIKKEI225   17.809,99    
  -23,17 -0,1% -1.366,31 -7,0%
DAX30   9.510,56    
  -38,29 -0,4% -98,61 -1,0%
S&P500 19:30 Uhr 2.474,16    
    -15,44 -0,6% -97,95 -3,8%

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