Too big to fail: Japan und Deutschland

Gold News vom 17. August 2026

Gold & Gesellschaft

Das Finanzsystem verlangt einem derzeit das Äußerte ab. Dazu gehört, sich von praktisch allen makroökonomischen Gesetzen trennen zu können. Und das fällt mir schwer … sehr schwer.

Aber anders kann man das nicht begreifen, was derzeit abläuft. Es ging mit Japan los. Die Yen Carry Trades zu praktisch nicht vorhandenen Zinsen auf Schulden Yen-Basis haben den US-Aktienmarkt mit hohen Rendite-Versprechen geködert.

Und es lief über viele Jahre gut mit diesem Modell. Bis die USA mit Treasury/Fed-Intervention des von mir wegen seiner Genialität hochgeschätzten Steve Bessent diese Carry Trades mit massiven Interventionen retten musste. Wie beim Trump-Fan Milei.

Es ging so weit, dass die USA EU-Anlagen verkaufen mussten, um Dollar für die Stützung des Yen aufbringen zu können. Damit Japan auch keinen Fall USA-Staatsanleihen abstoßen müsste.

To Big to fail: Japan. Ja, für die USA wegen der Carry Trades auf alle Fälle.

Aber auch Deutschland gehört zu dieser Kategorie. Ähnlich demographisch auf Schrumpfung programmiert. Aber der praktisch einzige Leuchtturm der EU-Wirtschaft.

Wir sind alle – meine Person eingeschlossen – falsch programmiert worden. Demographischer Abstieg bedeutet aber heutzutage aber nicht mehr automatisch wirtschaftlicher bzw. finanzieller Abstieg.

Der Immobilien-Markt gibt uns Hinweise: „Der Immobilienmarkt crasht nicht.

Er friert ein.

Die Boomer sitzen auf Immobilienpreisen aus der Nullzinswelt und brauchen diese Bewertungen als Altersvorsorge. Die nachrückende Generation soll diese Vermögen übernehmen, kann sie bei heutigen Kreditkosten aber mathematisch nicht mehr finanzieren.

Exakt hier bricht die Architektur.

Denn Immobilienvermögen ist nur dann Vermögen, wenn am Ende jemand existiert, der es zu diesem Preis kaufen kann.

Fehlt diese Exit-Liquidität, bleibt kein liquider Wertspeicher zurück, sondern eine Phantom-Bewertung in der Bilanz.

Der eigentliche demografische Margin Call besteht deshalb nicht darin, dass Immobilien plötzlich wertlos werden.

Er besteht darin, dass eine ganze Generation gleichzeitig feststellen könnte, dass ihr angebliches Vermögen nicht zu dem Preis liquidierbar ist, mit dem sie jahrzehntelang gerechnet hat.

Und hier muss man noch einen Schritt weitergehen:

Diese Immobilien liegen nicht isoliert in privaten Vermögensaufstellungen. Sie sind vielfach die Sicherheiten hinter Hypotheken, Unternehmenskrediten und Bankbilanzen.

Solange kaum verkauft wird, kann die Bewertungsillusion bestehen bleiben.

Aber was passiert, wenn irgendwann verkauft werden muss, keine neuen Käufer mehr zu den alten Preisen existieren und die Preise zwangsläufig auf das Niveau der tatsächlichen Kaufkraft fallen?

Was bedeutet dieser demografische Margin Call dann für die Banken, deren Kredite auf genau diesem Kollateral aufgebaut wurden?

Ich habe mich nicht getraut, diesen Beistrag zu kürzen. Es sind die immer weniger gewordenen Beiträge auf X, die Dank des Algorithmus zumindest auf meiner Timeline erscheinen. Mit relevantem Inhalt. Abseits der vielen Shit-Posts ohne wirklichen Inhalt.

Und den Content richtig bewerten zu können, das ist die Kunst der heutigen Tage.

Aber sie sagen: Wir denken völlig falsch. Und die deutsche Wirtschafts-Schrumpfung nach der japanischen CarryTrade-Schrumpfung ist nur ein Aspekt davon.

Wie Joe Biden nach seinem Amtsantritt die US-Wirtschaft mit US-Schulden, US-Staatsausbau und der Verbreiterung der US-Masse, die US-Staatszahlungen erhalten haben, erst einmal stabilisieren konnte.

Etwas ähnliches versucht jetzt Friedrich Merz.

Ist das solide? Nein.

Genauso wenig wie Bidens Politik. Und die derzeit laufenden Yen-Rettungsaktionen von Biden.

Wird es am Ende helfen? Weiß ich auch nicht. Bislang hat es jedenfalls funktioniert.

Folge: Wir müssen uns auf zwei völlig konträre und in sich widersprüchliche Situationen einstellen. Entweder, die Hausse geht weiter. Oder alles kollabiert.

Einen Zwischenweg gibt es m.E. nicht. Und jeder, der darauf spekuliert, wird verlieren.

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