Altmaier zertrampelt den deutschen Mittelstand

Gold News vom 10. Mai 2019

Marktgeschehen

Die „Bundesländer fordern Preis für CO2-Ausstoß“, schreibt heute N-TV. Und weiter heißt es da: „Die Umweltminister der Länder sprechen sich einstimmig für eine Bepreisung von Kohlendioxid aus. Auch eine Steuer schließen sie nicht aus. Damit soll das Verhalten der Bürger in die richtige Richtung gelenkt werden.“. Wer hätte auch etwas anderes erwartet. Die Klima-Steuern werden kommen – und sie werden in Form einer Steuer oder Abgabe kommen. Das haben wir die letzten Wochen schon mehrmals geschrieben.

Vor allen Dingen wird das Geld für den Staat einkassiert werden – und nicht wie in der Schweiz üblich, auf die Kosten der Krankenversicherung angerechnet. An dieses Modell habe ich sowieso nie geglaubt. Noch niemals in der bundesdeutschen Steuer-Geschichte wurde den Bürgern als Ausgleich für eine Steuer etwas „zurückgegeben“. Garantiert wird bei der angekündigten Autobahn-Maut für PKW etwas ähnliches passieren.

Der Staat ist ausschließlich Raubritter – und kein Wohltäter. Jedenfalls nicht für die hart arbeitenden Steuerzahler.

Auch die Veröffentlichung der erwarteten Steuereinnahmen für die nächsten Jahre ist ein dreister Akt der Verdummung der Bürger. Der folgende Blog beschreibt die Situation unter dem Title „Steuerschätzungsberichterstattung: Wie aus 195 Milliarden plus ein dickes Minus wird“. Dort heißt es: „195 Milliarden Mehreinnahmen verwandeln sich durch den Drehrumbum-Effekt klug dosierter Berichterstattung in gewaltig klaffende Milliardenlöcher.“ Für weitere Details sei auf den verlinkten Bericht verwiesen.

Der Absatz von den VW-Tochter Audi ist massiv eingebrochen. Nach einer kurzen Zwischenerholung musste für den April 2019 ein Minus von 13 % bei den ausgelieferten Autos gemeldet werden. Mit deutlichem Minus glänzten insbesondere die Länder China, Deutschland und die USA.

Außerdem sind seit Freitag die Strafzölle für Exporte von China in die USA i.H.v. $200 Milliarden AUTOMATISCH in Kraft getreten. Aber man versucht, die Aktienmärkte mit der folgenden Meldung bei Laune zu halten: „Stocks cut losses after Treasury Secretary Mnuchin says trade talks were 'constructive". Mal sehen, wie China jetzt reagieren wird – schließlich hatte man schon eigene Straf-Zölle im gleichen Umfang für US-Waren angekündigt. Die Auswirkungen insbesondere auf die Aktien-Märkte und die Edelmetall-Märkte kann man dem Kapitel Marktdaten entnehmen.

Gold & Gesellschaft

Unser Bundeswirtschafts-Minister verachtet genauso wie seine Chefin die Soziale Marktwirtschaft. Obwohl diese in mehreren Jahrzehnten die damalige Bundesrepublik zu der führenden Wirtschafts-Nation in Europa gemacht hatte. Ganz im Gegensatz zu Frankreich, das schon seit Jahrzehnten den Fokus der Wirtschafts- und Finanzpolitik auf Groß-Unternehmen und die Dominanz des Staates gelegt hat. So gibt es in Frankreich zwar eine Reihe von Groß-Unternehmen, die durch Verschmelzung mit deutschen Partner-Unternehmen entstanden sind, wie zum Beispiel Airbus.

Aber das war es dann auch schon mit den Vorzeige-Unternehmen, die sich an den internationale Märkten gegen die Konkurrenten aus den Vereinigten Staaten, China, Japan und Korea durchsetzen konnten. Ansonsten leidet Frankreich unter einer negativen Handelsbilanz, die in den letzten Jahren ca. 90 Milliarden Euro pro Jahr betrug. Während die deutsche Handelsbilanz von Jahr-zu-Jahr ihren Rekordüberschuss auf über 200 Mrd. pro Jahr steigern konnte.

Dieser Überschuss Deutschlands ist notwendig, um das ganze EU-Wirtschaftsregime zu bezahlen, was man an den Target2-Salden insbesondere der Südländer ablesen kann. So haben Spanien, Portugal und Griechenland insgesamt eine negative Handelsbilanz von ca. 75 Mrd. Euro pro Jahr. Während im Osten der EU Umgarn bereits einen Handelsbilanz-Überschuss von 6 Milliarden pro Jahr erzielen kann und die Bilanz in Polen inzwischen ausgeglichen ist, hinkt insbesondere Rumänien mit einem Defizit von Euro 15 Mrd. den Ländern wie Polen und Ungarn nach.

Trotz dieser Asymmetrie zwischen Frankreich und Deutschland versucht man eine eigene Wirtschafts-Politik zu formulieren, die sich mangels Masse in Frankreich auf die Groß-Industrie zu beschränken scheint. Jedenfalls erwähnt der Bericht des Bundeswirtschafts-Ministers nur „nationale Champions“, d.h. Großunternehmen. Der Mittelstand, der insbesondere noch vielfach von Familien-Unternehmern geführt wird, gerät da in den Hintergrund. Kein Wunder, dass sich die Familien-Unternehmer so vehement gegen Altmaier stellen – denn diese Wirtschaftspolitik gefährdet den Mittelstand genauso, wie er diesen Wirtschaftszweig bereits in Frankreich ausgerottet hat.

Frankreich ist ein Vorbild für die Verquickung zwischen Politik und Großindustrie, was sich bereits an einer gemeinsamen Elite-Schule, der ENA, zeigt. Viele Führer in der Industrie sind ENA-Absolventen, so wie viele führende Politiker auch.

Dieses sozialistische Modell schwebt wohl auch unserem Wirtschafts-Minister vor.

Marktdaten

EUR/USD 10.05.19 Kurs / Delta in Prozent Vorwoche in Prozent
Gold 0,8901 1.286,20 USD 1.144,85 EUR      
  1,36 EUR 0,1% 1,99 EUR 0,2%
Silber 0,8901 14,76 USD 13,14 EUR    
  0,01 EUR 0,1% -0,18 EUR -1,4%
Platin 0,8901 862,00 USD 767,27 EUR    
  13,01 EUR 1,7% -7,86 EUR -1,0%
Palladium 0,8901 1.332,00 USD 1.185,61 EUR    
  46,66 EUR 4,1% -12,79 EUR -1,1%
NIKKEI225   21.348,29    
  -49,95 -0,2% -909,18 -4,1%
DAX30   12.075,65    
  114,77 1,0% -318,34 -2,6%
S&P500   2.862,34    
19:30 Uhr   -3,27 -0,1% -83,10 -2,8%

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