Geordneter Rückzug statt auf Scheißhausparolen hören
26.03.2025 19:30
Gold News vom 26. März 2025
Gold & Gesellschaft
Alle reden jetzt von Auswandern als das Allheilmittel für alle fiskalpolitischen Daumenschrauben, an denen insbesondere die SPD derzeit arbeitet. Zum Beispiel: 'Auswandern hilft' oder hier: 'SPD-Forderung in der Arbeitsgruppe Finanzen. Es gibt zwar durch den Soli für obere Gehaltsgruppen bereits eine "Reichensteuer", aber diese Leute kriegen den Hals von anderer Leute Geld nie voll.'
Fangen wir mit der Idee der Vermögenssteuer an. Die ist gefährlich. Nicht wegen der Freibeträge, die voraussichtlich nur Vermögens-Millionäre betreffen würde. Sondern auch, weil mit der Erfassung der Vermögenswerte der Staat Einblick in alle anonym oder auf Rechnung bzw. mittels Grundbuch erfassten Werte bekommen würde. Das würde Edelmetall-Besitzer genauso treffen wie Krypto-Besitzer, die oft ihre Werte anonym gekauft haben.
Wenn man nämlich aus Gründen der Ablehnung dieser Form der Staatsräson bestimmte Werte verschweigen würde, würden sie automatisch zu Schwarz-Vermögen werden. Also so wie Schwarzgelder aus Drogen- und Waffenverkäufen. Mit einem demokratischen und freiheitlichen Staat kann man zu einem gewissen Grad ‚spielen‘. Mit dem Fiskus jedoch nicht. Der pfändet mal gerne alle Geschäfts-Konten, wenn man Widerspruch einlegt und nicht zahlen will. Und ohne Zahlungsverkehrs-Konto geht das eigene Unternehmen schneller in die Insolvenz als der eigene Haushalt, wo Frau und Kinder kein Geld mehr für den Lebensunterhalt bekommen.
Es ist wie eine Verhaftung und ein Verschließen in Untersuchungshaft: Man soll weichgekocht werden.
Dann sind da noch die Auswanderungsberater. Von denen man allerdings nur die positiven 50% der Nachrichten erhält: Die niedrigen Steuersätze im Ausland. Dass man sein deutsches Unternehmen mit seinen Geschäftsbeziehungen und Aufträgen nicht so einfach ins Ausland verlagern kann, darauf weisen viele Berater hin.
Vermögen: Was ist das eigentlich? Wenn man eine gesetzliche Rente von 2.000 Euro pro Monat und eine betriebliche Rente von 1.000 Euro bezieht, dann gilt das nicht als Vermögen. Wenn man als Unternehmer sich aber knapp 1 Million anspart, um sich diese 3.000 Euro monatlich auszahlen zu können, dann sind diese 1 Million Vermögen. Das die SPD gerne besteuern würde.
Kritisch wird es, wenn dieses Vermögen im Unternehmen als ‚stille Reserven‘ schlummert. Dieser ‚Schatz‘ wird vom Finanzamt dann bei der Auswanderung gehoben. Keine gute Vorstellung, wenn man sein Unternehmen in Panik verkaufen muss, nur um seine Auswanderungs-Steuerrechnung bezahlen zu können.
Ein anderer Aspekt: Wenn man laufende Rentenzahlungen erhält, schlägt trotzdem das Finanzamt zu. Der gesetzliche Rentenanteil obliegt der ‚beschränkten‘ Steuerpflicht in Deutschland. Da gibt es allerdings nicht den Grundfreibetrag, der steuerfrei bleibt. Ab dem ersten Euro muss der gesetzliche Rentenanteil versteuert werden.
Es ist eine Rechenübung, wo der Kipppunkt zwischen ‚unbeschränkter‘ Besteuerung in DE mit Grundfreibetrag und Abzugsfähigkeit von Sonderausgaben [Krankenversicherung und Pflegeversicherung werden im Alter gerne besonders teuer] und ‚beschränkter‘ Besteuerung liegt.
Als jemand, der selbst Ende 2021 ausgewandert ist und die verschiedenen Aspekte nach Kosten und Risiken immer wieder selbst abwägen muss, kann ich hier keine allgemeingültige Empfehlung geben.
Aber ich orientiere mich nicht an Scheißhausparolen, die bestimmte Leute im Internet verbreiten. Sondern die jeweiligen gesetzlichen Regelungen in den Steuergesetzen, das gültige Doppelbesteuerungsabkommen [DBA Bulgarien – Deutschland] und Dokumente zum Standort, die professionell für Großkunden arbeitende Beraterfirmen wie Deloitte [International Tax – Bulgaria Highlight 2024], pwc [Worldwide Tax Summaries – Bulgaria] oder EuroNerd [Bulgaria Capital Gains & Investment Tax Guide for 2024] erstellt haben.
Das soll keine Werbung für Bulgarien sein. Aber das sind die Dokumente, die ich als relevant für meine Situation betrachte. Jedem sei geraten, vor einer Auswanderung die entsprechenden Regelungen seines Wunschlandes selbst zu ermitteln.
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