Goldminen-Käufer China

Gold News vom 1. Juli 2020

Gold & Gesellschaft

Bürger, die physisches Gold kaufen, um sich und ihr Vermögen für existentielle Krisenzeiten abzusichern, sollten beim Thema eines staatlichen Goldstandards sehr wachsam sein. Denn bislang konnten sie praktisch ohne staatliche Einflussnahme in Gold investieren.

Gut, es gibt zwar staatliche Verschärfungen bei dem Thema des anonymen Barverkaufs von Goldbarren und Goldmünzen im Rahmen des Gold Tafelgeschäft. Aber das hält grundsätzlich niemanden auf, seine Ersparnisse zu sichern, indem er oder sie sein/ihr Geld in Gold anlegen tut.

Wenn China jetzt mittels des weltweit umspannenden Aufkaufs von Goldminen plant, sich auf die Zeit nach Beendigung des seit dem Zweiten Weltkrieg geltenden Dollar-Standards [Bretton-Woods-System] vorzubereiten, dann steht zu befürchten, dass die Staaten viel stärker beim Thema Gold mitmischen werden. Denn die Freiheit des Investierens, der Geldanlage und der Krisenvorsorge gilt nur, wenn der Staat – bis auf sein Gewalt-Monopol, das am Ende auch das private Eigentum sicherstellen soll – möglichst wenig beim Thema Gold mitmischt. Das wird bei einem weltweiten Gold-Standard, der das Ergebnis der Finanz- und Währungs-Krisen sein kann, sicherlich nicht mehr der Fall sein.

Außerdem hat die Goldförderung der Minen weltweit ihr Maximum bereits überschritten. Diese „Peak Gold“ genannte Situation wurde ja schon seit vielen Jahren vorhergesagt – ist aber aufgrund neuer Explorations-Projekte nicht eingetreten. Das würde aber erklären, warum sich gerade jetzt China in die verbleibenden Gold-Minen-Unternehmen besonders stark engagiert. Der letzte Nachschub muss gesichert werden.

Staaten werden dann bemüht sein, möglichst viel des dann kostenbaren Guts einzusammeln. Denn dass wir am Ende mit physischem Gold wie Münzen oder kleinen Barren Bargeschäfte abwickeln werden, ist sehr unwahrscheinlich. Oder nur für eine kurze und chaotische Übergangs-Phase zu erwarten. Es sei denn, es bildet sich anstatt einer staatlichen Ordnungsmacht eine Art Warlord-System wie in Afghanistan heraus.

Auf alle Fälle: Eine Individuum-Herrschaft mit grenzenlosen Freiheiten für den Einzelnen, wie es den Libertären und auch den Anarchisten vorschwebt, wird es auf alle Fälle nicht geben. Ein Machvakuum bei der Waffengewalt, die letztendlich entscheidend sein wird, wird es nicht geben. Irgendeine Macht wird am Ende immer Scharen von Leuten um sich organisieren und bewaffnen, die die neue Streitmacht darstellen. Da wird die Eigentums-Frage zu einem Glücksspiel.

Wahrscheinlicher wird dann erneut eine Papier-Währung, die mittel Goldreserven bei der Notenbank teilweise oder vollständig goldgedeckt sein wird, entstehen. Dazu müssen sich die Gold-Barren aber erst einmal in den Tresoren der jeweiligen nationalen Zentralbanken befinden. Und da herrscht derzeit ein weltweites Defizit bei den Geldmengen, die derzeit zirkulieren – wenn die offiziellen Zahlen zu den Gold-Reserven überhaupt stimmen sollten. Da sind nämlich erhebliche Zweifel angebracht.

Wir hatten schon am 27. März 2019 in unserem Gold News Bericht vor dieser Entwicklung gewarnt, wie der Titel „Beschmutzt mir das Gold nicht als Geld - Wider den Goldstandard“ suggeriert.

Bei dieser Auffassung bleiben wir. Ebenso wie bei dem Wunsch, staatliches Handeln nur auf die Sicherstellung der inneren und äußeren Sicherheit mittels einer starken und effektiven Polizei bzw. Militär zu garantieren. Das gehört nämlich auch zur Vermögenssicherung dazu - die Ermöglichung von privatem Eigentum.

Marktdaten

EUR/USD 01.07.20 Kurs / Delta in Prozent
Gold 0,889 1.771,50 USD 1.574,86 EUR  
  -11,02 EUR -0,7%
Silber 0,889 17,95 USD 15,96 EUR  
  -0,18 EUR -1,1%
Au/Ag   98,7  
[ratio]   0,4 0,4%
Platin 0,889 808,00 USD 718,31 EUR  
  -11,72 EUR -1,6%
Palladium 0,889 1.847,00 USD 1.641,98 EUR  
  -26,16 EUR -1,6%
NIKKEI225   22.110,79  
  -170,91 -0,8%
DAX30   12.243,63  
  -93,26 -0,8%
S&P500 19:30 Uhr 3.117,29  
    46,98 1,5%

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