7-Feb-2019 Strompreise mit E-Mobility von 41 Cent/kWh

Marktgeschehen am 7. Februar 2019

Ja, ich habe es gestern Abend nach 19:30 Uhr auch gesehen, während ich auf die Aktien-Schlussstände aus New York – insbesondere des S&P500 – gewartet habe: Im handelsschwachen Access Handel fiel Gold zuerst von $1.310 auf $1.306 zurück, um im frühen asiatischen Handel (des Nachfolgetages) auf bis zu $1.302 zu fallen. Das ist normalerweise unsere Ruhe- und Schlafenszeit. Aber Day Trader müssen wohl schwitzige Hände gehabt haben, als sie heute früh ihr Handels-Terminal eingeschaltet haben und den Gold-Kurs bei $1.302 sahen. Vielleicht haben sie in Panik ihre Gold Long-Position daraufhin geschlossen oder sind sogar Gold Short gegangen. Wir lassen uns durch solche Daten nicht irritieren – und wollen auch bei unseren Lesern keine Panik auslösen. Wir analysieren lieber die Dreh- und Wendepunkte an den Finanz- und Edelmetallmärkten – und waren gestern Abend noch nicht beunruhigt.

Zur relevanten Nachricht des gestrigen Abends: Der S&P500 konnte seine seit 5 Tagen andauernde Hause-Phase nicht fortsetzen. Insbesondere konnte er die wichtige 200-Tage Linie NICHT nach oben hin durchbrechen. Wir machen einmal einen kleinen Zwischen-Check um 20:00 Uhr MEZ: Da lag der S&P500 über 30 Punkte im Minus - ein Verlust von über einem Prozent. Waren die Anstiege der letzten Tage doch nur eine kurze Bären-Hausse?

Beim Gold kam es so, wie es kommen musste: Im frühen Londoner Handel erholte sich das Gelbe Metall auf $1.306, bis es nach Eröffnung des New Yorker Future Handels auf bis zu $1.312 anstieg. Das Erreichen dieser Marke hat die gerade Short gegangenen Trader wieder [innerhalb weniger Stunden] ausgestoppt – mit einem Verlust von $10 pro Feinunze. Da bei Gold vielfach wegen der geringen Spreads – zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis besteht nur eine Differenz von einem Dollar – mit Hebeln von 1:20 getradet wird, hat eine (gehebelte) Position von beispielsweise $25.000 mal locker einen Verlust von $200 bei einem Cash-Einsatz von $1.250 generiert. Diese $200 hat jetzt ein anderer auf seinem Konto gutgeschrieben bekommen. Denn bei Finanz-Derivaten wie Futures und CFDs gilt die Regel: Saldo [Gewinner] – Saldo [Verlierer] = 0.

Gerade im Januar die wichtige 11.000 Marke genommen – und schon steht der DAX wieder einmal nahe der 11.000er Punkte-Marke. So ist die derzeitig wenig beruhigende Lage am Deutschen Aktienmarkt. Heute gingen 2,5 % verloren. Kein Wunder – denn um die deutsche Wirtschaft steht es wirklich nicht gut. Überall geht es abwärts: In der Automobilbranche, bei den Maschinenbauern, in der Chemie-Industrie und auch bei den Energieversorgern.

Gold & Gesellschaft

Wir widmen uns heute erneut dem Thema Stromnetz. Diesmal nicht unter dem Aspekt Versorgungssicherheit bzw. Blackout-Gefahr, sondern wir stellen die Frage: „Welche Konsequenzen wird die großflächige Einführung des Elektro-Autos haben?“. Denn die EU hat ja einen verbindlichen Fahrplan vorgelegt, welche Menge CO2 die Autos in Zukunft noch ausstoßen dürfen. Die Konsequenz: Es dürften in der Zukunft keine Verbrennungs-Motoren wie Diesel und Benziner zugelassen werden, weil die Grenzwerte so niedrig bemessen wurden, dass sie technisch mit Verbrennungsmotoren nicht zu erreichen sind. Man braucht also kein Verbot dieser Motorenklasse, wie es z.B. die Grünen ab einem gewissen Zeitpunkt fordern. Nein, dieses Verbot ergibt sich automatisch aus den festgesetzten CO2-Grenzwerten. Es ist also politisch gewollt, Verbrennungsmotoren in den nächsten Jahren durch Elektro-Autos abzulösen.

Erst einmal einige Fakten bezüglich des Strom-Preises: Der hatte auf dem Höhepunkt der Deregulierung des Strommarktes in den Jahren 2000/2001 mit ca. 13 Cent/kWh sein Minimum erreicht. Im Jahr der Energiewende betrug der Strompreis inzwischen wieder 23 Cent – also 10 Cent/kWh mehr. Die Deregulierung des deutschen Strommarktes hat am Ende dem Verbraucher nicht geholfen, sondern geschadet. Anstatt dass die Monopolgewinne bei RWE, VEBA/VIAG/Bayernwerke/Preußenelektra (E.ON) und Badenwerke/Neckarwerke (ENBW) anfielen, werden die Verbraucher jetzt in noch viel größerem Umfang von den Übertragungsnetzbetreibern ausgeplündert. Diese nennen sich jetzt nicht mehr RWE, EON und ENBW, sondern Tennet, amprion, 50hertz und TRANSNET BW. Da sich diese Unternehmen in vorwiegend ausländischem Besitz befinden, riecht das sehr nach Umlenkung der Strompreis-Anteile von Deutschland ins Ausland.

Mit der Energiewende stieg der Strompreis um weitere 7 Cent/kWh auf ca. 30 Cent/kWh an. Der damalige Umweltminister Trittin versprach damals dagegen: "Es bleibt dabei, dass die Förderung erneuerbarer Energien einen durchschnittlichen Haushalt nur rund 1 Euro im Monat kostet - so viel wie eine Kugel Eis." – eine sehr teure Kugel Eis bei einer Mehrbelastung eines durchschnittlichen Haushaltes [mit einem Verbrauch von 4.500 kWh/Jahr] von monatlich 26 Euro.

Aber es wird noch viel schlimmer kommen – und der Grund dafür wird nicht der Kohleausstieg sein, sondern die flächendeckende Einführung des Elektro-Autos.

Das liegt an den Steuern für Benzin und Diesel, die sich auf 41 Mrd. Euro pro Jahr beliefen. Hinzu kommt die 19%ige Mehrwertsteuer, die auch auf die Mineralöl-Steuer erhoben wird. Vom Verbraucher kassiert der Fiskus also ca. 49 Mrd. Euro pro Jahr. Und wir können uns 100% sicher sein: Auf diesen Betrag wird der Bund nach Einführung des E-Autos nicht verzichten wollen. Noch nie in der Geschichte hat der Staat auf solch einen Steuerbatzen verzichten können. Was heißt das für das Elektroauto: Der Ladestrom muss so hoch besteuert werden, damit die Einnahmeausfälle aus der Mineralölsteuer ausgeglichen werden.

Um den Effekt abschätzen zu können, müssen wir etwas rechnen:
Modell 1 – Ein  5 Liter / 100km Kleinwagen verbraucht besagte 5 Liter. Diese spülen in etwa 5 * 90 Cent = 4,50 Euro in die Staatskasse. Die 42kWh Ladestrom müssten also neben den 30 Cent / kWh weitere 4,50 Euro Mineralölsteuer (plus Umsatzsteuer-Anteil) einspielen. Das wären also: 42 * 0,30 Euro / kWh + 4,50 Euro = 17,10 Euro. Der Strompreis müsste also auf knapp 41 Cent/kWh steigen.

Modell 2 – Ein 8 Liter / 100 kWh Mittelklassewagen verbraucht 8 Liter. Macht 7,20 Euro für die Staatskasse. Die 67 kWh Ladestrom müssten also zusätzlich 7,20 Euro Mineralölsteuer (plus Umsatzsteuer-Anteil) einspielen. Das wären also: 67 kWh * 0,30 Euro / kWh + 7,20 Euro = 27,30 Euro. Auch hier müsste der Strompreis um knapp 11 Cent/kWh (+ 37%) auf 41 Cent/kWh steigen.

Wetten, dass sich der reine Haushaltsstrom auch auf diesem Niveau einpendeln wird? Schließlich wird für den Normal-Arbeiter/Angestellten täglich zur Arbeit gefahren und am Abend das E-Auto geladen. Aber SICHERLICH nicht zum derzeitigen Preis von 30 Cent / kWh.

Marktdaten

EUR/USD 07.02.19 Kurs / Delta in Prozent
Gold 0,8804 1.309,80 USD 1.153,15 EUR  
  1,13 EUR 0,1%
Silber 0,8804 15,68 USD 13,80 EUR  
  0,02 EUR 0,1%
Platin 0,8804 796,00 USD 700,80 EUR  
  -9,76 EUR -1,4%
Palladium 0,8804 1.369,00 USD 1.205,27 EUR  
  10,16 EUR 0,9%
NIKKEI225   20.755,20  
  -123,42 -0,6%
DAX30   11.038,50  
  -284,41 -2,5%
S&P500   2.706,09  
    -26,32 -1,0%

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